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Windpark Oederquart mit neuer Power am Netz

News vom 30.03.2026

Ein Repowering ist wie ein Booster für gut etablierte Windparkstandorte: Die in die Jahre gekommenen Anlagen werden durch moderne Turbinen ersetzt, die den Wind bereits besser ausschöpfen können. Mit höheren Türmen, einem größeren Rotordurchmesser und leistungsstärkeren Generatoren steigern sie die Stromproduktion erheblich und nutzen die vorhandenen Flächen viel effizienter als ihre Vorgänger. Das macht Repowering zu einem wichtigen Hebel, um die deutschen Ausbauziele für Windenergie zu erreichen: Schon knapp 30 Prozent der neu installierten Leistung gingen 2025 auf den Ersatz von Altanlagen zurück, wie die Fachagentur Wind und Solar berichtet. Die repowerte Leistung belief sich auf insgesamt 1.548 Megawatt – nach 585 Megawatt im Jahr 2022 ein deutlicher Aufwärtstrend.

Auch Energiekontor nutzt das Potenzial, das langjährig bekannte Standorte bieten. Jüngstes Beispiel ist der Windpark Oederquart im Landkreis Stade, den das Unternehmen im Februar nach einem umfassenden Repowering wieder in Betrieb genommen hat. Zehn Altanlagen mit zusammen 15 Megawatt Nennleistung waren dort zuvor zurückgebaut und durch sechs leistungsstärkere moderne Maschinen vom Typ Enercon E-160 EP-5 ersetzt worden. Dadurch hat sich die Leistung des Windparks mit rund 33 Megawatt mehr als verdoppelt bei gleichzeitiger Reduzierung der Anlagenanzahl.

»Das Projekt ist ein gutes Beispiel dafür, wie sich vorhandene Infrastrukturen durch moderne Anlagentechnologie effizient weiterentwickeln lassen und so langfristig stabile Erträge generiert werden können«, berichtet Peter Szabo, Vorstandsvorsitzender der Energiekontor AG. Zudem liegen durch den Betrieb der Altanlagen, die Energiekontor vor mehr als 25 Jahren an dem Standort errichtet hatte, langfristige Daten zu dem Windaufkommen vor. Rund 80 Gigawattstunden Windstrom soll der repowerte Park zukünftig übers Jahr produzieren. Das reicht aus, um im Schnitt etwa 24.000 Haushalte in Deutschland zu versorgen und rund 60.000 Tonnen CO2 einzusparen.

Drei der neuen Großturbinen hat Energiekontor im Sommer 2024 bereits an einen Investor veräußert; die anderen drei mit zusammen rund 17 Megawatt Nennleistung betreibt das Unternehmen seit Inbetriebnahme im konzerneigenen Parkbestand. Dieser wächst damit auf eine Gesamtnennkapazität von rund 450 Megawatt an, verteilt auf 35 Windparks und vier Solarparks. Die mit ihnen erzielten laufenden Einnahmen aus der Stromproduktion ermöglichen es Energiekontor, die Entwicklung neuer Projekte auch über längere Zeiträume konsequent voranzutreiben. »Damit schaffen wir Planungssicherheit für unsere Partner, Investoren und uns selbst als unabhängigen Stromerzeuger«, erläutert Peter Szabo.

Aktuell befinden sich weitere Projekte mit mehr als 200 Megawatt Erzeugungsleistung im Bau, die den Eigenbestand auf etwa 650 Megawatt erweitern sollen. Darunter sind auch zwei große Solarprojekte in Mecklenburg-Vorpommern, die voraussichtlich im laufenden Geschäftsjahr den Betrieb aufnehmen werden.