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Kostenvergleich: Erneuerbare klar im Vorteil

News vom 04.11.2026

Ein neuer Bericht der Irena zeigt: Erneuerbare Energien bauen ihren Kostenvorteil gegenüber fossilen Brennstoffen weiter aus. Weltweit sind sie heute die günstigste Option der Stromerzeugung mit neuen Anlagen. Zugleich sorgen sie in Zeiten geopolitischer Krisen für mehr Energiesicherheit und wirtschaftliche Stabilität. 2026 dürften die Erneuerbaren dauerhaft zur weltweit wichtigsten Stromquelle werden.

Erneuerbare Energien sind heute längst kein reines Klimathema mehr. Gegenüber fossilen Brennstoffen sind sie auch ökonomisch klar im Vorteil: Mehr als 90 Prozent der weltweit neu in Betrieb gegangenen regenerativen Kraftwerke hatten 2025 niedrigere Kosten als die günstigste neue fossile Alternative. Das geht aus dem aktuellen Kostenbericht der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (Irena) hervor. Während sich die Photo­voltaik mit 44 US-Dollar pro Megawattstunde (MWh) auf dem Niveau von 2024 einpendelte, sanken die Kosten bei der Windkraft weiter: bei Anlagen an Land um vier Prozent auf 33 US-Dollar pro MWh, bei Anlagen auf dem Meer um drei Prozent auf 78 US-Dollar.

»Der Rückgang der Kosten für erneuerbare Energien bringt erhebliche wirtschaftliche Vorteile mit sich«, erklärt Francesco La Camera, Generaldirektor der Irena. »Für Länder, die nach wie vor stark von fossilen Brennstoffen abhängig sind, stärkt jedes zusätzliche Megawatt aus erneuerbaren Energien den wirtschaftlichen Schutz vor Schwankungen der Brennstoffpreise.« Verbraucher:innen, Unternehmen und öffentliche Haushalte würden so vor höheren Kosten geschützt. Das unterstreicht ein Blick auf die Gaspreise: In Ländern mit hoher Importabhängigkeit wie Deutschland, Italien oder Japan kletterten die Preise 2025 auf fast 100 US-Dollar pro MWh – noch bevor die Straße von Hormus Anfang 2026 gesperrt worden war. Die Erneuerbaren waren also klar im Kostenvorteil.

Im Ausbau regenerativer Kapazitäten sieht der Irena-Direktor daher auch eine »strategische Investition in Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit«. So sparte allein Deutschland durch seine Ökostromerzeugung 2025 rund 18 Milliarden US-Dollar an Brennstoffkosten ein. Weltweit waren es 480 Milliarden, wie die Irena errechnet hat. Und die mit den Anlagen erzielten Einsparungen werden weiter wachsen – für Francesco La Camera eine »integrierte Absicherung gegen künftige Schocks«.

In den vergangenen Jahren führten sowohl der technische Fortschritt als auch der globale Ausbau der Anlagenproduktion dazu, dass die Erneuerbaren ihre Wettbewerbsfähigkeit massiv ausbauen konnten – und die fossile Konkurrenz hinter sich gelassen haben. Für Photovoltaik etwa sind die Kosten seit 2010 um 89 Prozent gesunken, für Onshore-Windkraft um 71 Prozent und für Windkraft auf dem Meer um 63 Prozent. Da zudem die Kosten für Batteriespeicher zwischen 2024 und 2025 um 30 Prozent und seit 2010 um 95 Prozent gefallen sind, ergeben sich in den kommenden Jahren ganz neue Möglichkeiten für eine Rund-um-die-Uhr-Versorgung mit erneuerbaren Energien. Die Irena geht davon aus, dass sich die Kombination aus Speicherkapazitäten und Erneuerbaren am selben Standort in Zukunft immer stärker durchsetzen wird: Bei etwa einem Viertel der großen Solarkraftwerke, die 2025 ans Netz gingen, handelte es sich bereits um solche Hybridlösungen.

Auch im globalen Strommix wird der Wandel zementiert: Schon in diesem Jahr dürften die Erneuerbaren dauerhaft zur weltweit wichtigsten Energiequelle aufsteigen, nachdem sie 2025 bereits gleichauf mit der Kohle lagen. Das prognostiziert die Internationale Energieagentur IEA in ihrem Bericht zum ersten Halbjahr. Um mehr als acht Prozent werde die Ökostromproduktion 2026 demnach zulegen und 2027 mehr als ein Drittel (37 Prozent) der weltweiten Erzeugung ausmachen. Größter Treiber dabei ist der Boom der Solarenergie. Sie könnte noch in diesem Jahr die Windkraft überholen – und damit zur zweitgrößten regenerativen Quelle nach der Wasserkraft aufsteigen.