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Globale Meilensteine: Erneuerbare auf Rekordkurs

News vom 20.05.2026

Aktuelle Studien zeigen es eindrucksvoll: Die Welt setzt immer stärker auf Ökostrom. Nach einem erneuten Rekordzubau im vergangenen Jahr basiert inzwischen rund die Hälfte der installierten Stromkapazität auf regenerativen Energien. Zudem deckten die Erneuerbaren 2025 erstmals den gesamten Nachfrageanstieg des weltweiten Strombedarfs und zogen im globalen Strommix an der Kohle vorbei. 

»Erneuerbare sind Sicherheitsenergien«, erklärte Bundesumweltminister Carsten Schneider am 21. April beim Petersberger Klimadialog in Berlin. »Auch deswegen müssen wir ihren Ausbau noch schneller vorantreiben – für unsere Sicherheit und für das Klima.« Die internationale Konferenz dient der Vorbereitung der jährlichen UN-Klimakonferenzen und fiel in diesem Jahr mit der weltweiten Energiekrise infolge des Irankriegs zusammen. »Wir erleben zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit, wie volatil die fossilen Energiemärkte sind«, so der Minister in seiner Eröffnungsrede. Die Preise für die fossilen Energieträger Öl, Gas und Kohle seien massiv gestiegen. Einige Länder hätten fossile Brennstoffe rationiert, manche Betriebe die Produktion gedrosselt. Schneiders klare Botschaft: »Fossile Energien liefern nicht die Versorgungssicherheit, die Menschen, Unternehmen, Volkswirtschaften und globale Lieferketten so dringend brauchen. Wer heute auf den Import von Öl und Gas angewiesen ist, setzt sich unkalkulierbaren Risiken aus.«

Genau diese Erkenntnis scheint sich in der Welt gerade immer stärker durchzusetzen, denn immer mehr Länder integrieren heimische Solar- und Windenergie in ihre Energiesysteme. So meldete die Internationale Agentur für Erneuerbare Energien Irena zu Beginn des Klimadialogs einen neuen Ausbaurekord: Stattliche 692 Gigawatt regenerativer Kapazität seien 2025 weltweit zugebaut worden – ein Anstieg um 15,5 Prozentgegenüber dem Vorjahr, wie aus den »Renewable Capacity Statistics 2026« hervorgeht. Die installierte Gesamtkapazität kletterte auf 5.149 Gigawatt. Damit sei der Erneuerbaren-Anteil an der global installierten Stromkapazität auf 49,4 Prozent gestiegen, berichtete Francesco La Camera, Generaldirektor der Irena, in Berlin: »Heute basiert die Hälfte der weltweit installierten Stromkapazität auf erneuerbaren Energien.«

Auch bei der Erzeugung des grünen Stroms wurde 2025 ein Meilenstein erreicht: Dank des Rekordzubaus von Solar- und Windenergie legte die Ökostromproduktion erstmals etwas stärker zu als der globale Strombedarf. Dieser wuchs um 849 Terawattstunden, während die Stromerzeugung aus Erneuerbaren um 852 Terawattstunden stieg. Das hat die Denkfabrik Ember im »Global Electricity Review 2026« errechnet. Das globale Energie­system bewegt sich dadurch langsam weg von fossilen hin zu elektrifizierten Strukturen. »Saubere Energie skaliert mittlerweile so schnell, dass sie den steigenden globalen Strombedarf decken und die fossile Stromerzeugung bis zu ihrem unausweichlichen Rückgang stabil halten kann«, erläutert Aditya Lolla, Geschäftsführer von Ember.

Dazu passt ein weiterer struktureller Wendepunkt: Erstmals seit mehr als 100 Jahren wurde 2025 mehr Strom aus Erneuerbaren als aus Kohle erzeugt. Der Ökostromanteil am globalen Strommix stieg auf 33,8 Prozent, während die Kohleverstromung auf 33 Prozent fiel. Wichtigster Treiber hinter dieser Entwicklung ist der anhaltende Solarboom: Laut Ember hat sich die Erzeugung des Sonnenstroms in den vergangenen zehn Jahren mehr als verzehnfacht und verdoppelt sich etwa alle drei Jahre. Allein 2025 deckte sie drei Viertel des Nettoanstiegs der Stromnachfrage ab; zusammen mit der Windverstromung waren es 99 Prozent. Das ist kein Trend mehr, das ist eine Verschiebung im Energiesystem. Der nächste Schritt wird laut Ember-Geschäftsführer Lolla die Modernisierung der Stromnetze und regulatorischen Rahmenbedingungen sein, »damit die Energiesysteme für diese neue Realität gerüstet sind«.