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Fraunhofer-Studie: Batteriespeicher könnten Milliarden einsparen

News vom 17.09.2026

Der hohe Ökostromanteil führt an der Strombörse zeitweise zu stark schwankenden Preisen. Batteriespeicher könnten diesen Effekt abfedern und fast vier Milliarden Euro im Jahr einsparen. Das hat das Fraunhofer IEE in einer Studie errechnet, die den Nutzen zusätzlicher Stromspeicher im deutschen Energiesystem untersucht.

Ein schnellerer Ausbau von Batteriespeichern in Deutschland könnte die Stromkosten der Verbraucher:innen senken, den Bundeshaushalt entlasten und die Investitionssicherheit von Projektierern und Betreibern Erneuerbarer-Energie-Anlagen verbessern. Das geht aus der Studie »Die nächste Phase der Energiewende: Flexibilität« hervor, die das Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik IEE im Auftrag des Bundesverbands Erneuerbare Energie sowie der Bundesverbände Solarwirtschaft und Windenergie erstellt hat. Für die Untersuchung modellierten die Forschenden den europäischen Strommarkt in der Zeit von Januar 2025 bis Mai 2026 und bildeten dabei die Effekte von großen Stromspeichern in Deutschland ab. Das Ergebnis: Bereits eine zusätzliche Speicherleistung von 20 Gigawatt mit vier Stunden Speicherdauer hätte im untersuchten Zeitraum zu volkswirtschaftlichen Einsparungen von rund 5,6 Milliarden Euro geführt. Umgerechnet auf ein Jahr entspricht das etwa 3,9 Milliarden Euro.

Hintergrund für den wachsenden Speicherbedarf ist der hohe Anteil erneuerbarer Energien, deren Einspeisung je nach Wetter und Tageszeit schwankt. Besonders wenn Wind- und Solarenergie gleichzeitig viel Strom erzeugen, kann das Angebot die Nachfrage übersteigen, was an der Strombörse zu niedrigen oder negativen Preisen führt. Die Folge: Der Marktwert des Ökostroms sinkt, wodurch sich zugleich die Förderkosten für den Staat erhöhen. Bei negativen Strompreisen steigen außerdem die Finanzierungsrisiken für neue Anlagen. Batteriespeicher können diese Effekte gezielt abfedern: Sie nehmen den überschüssigen Strom auf und verschieben seine Einspeisung auf einen späteren Zeitpunkt, wenn Nachfrage und Preis wieder höher sind. Dann kann der günstige Ökostrom die Preisspitzen an der Börse sogar senken. Die Folge seien stabilere Strompreise und eine bessere Nutzung erneuerbarer Energien, wie das Fraunhofer IEE berichtet.

Der Studie zufolge hätten die zusätzlichen Speicher dem Bundeshaushalt im untersuchten Zeitraum bereits 2,1 Milliarden Euro an Förderkosten erspart und die Stromkosten für Verbraucher:innen um 1,9 Milliarden Euro gesenkt. Zudem würden sich die Stromhandelskosten gegenüber dem Ausland um 1,6 Milliarden Euro verringern, weil Deutschland den überschüssigen Strom seltener zu Niedrigpreisen exportieren müsste. »Die Analyse zeigt: Speicher sind ein Sparprogramm für Stromkunden und Bundeshaushalt«, sagt Ursula Heinen-Esser, Präsidentin des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE). »Die Politik muss Speicher und Flexibilität jetzt schneller ermöglichen.«

Der BEE fordert deshalb, die regulatorischen Hemmnisse beim Speicherausbau rasch zu beseitigen und die Speicherkapazität in Zukunft kontinuierlich mit dem Erneuerbaren-Ausbau zu erhöhen. Nötig seien unter anderem beschleunigte und standardisierte Verfahren für den Netzanschluss sowie die vereinfachte Anbindung von Speichern an bereits bestehende Anschlüsse von Industrie- und Energieanlagen. Bei Netzengpässen könnten Batterie­speicher außerdem dazu beitragen, dass die Erneuerbaren im Falle eines Überangebots seltener vom Netz getrennt werden müssten. Im untersuchten Zeitraum der Fraunhofer-Analyse ging die abgeregelte Energiemenge dank der zusätzlichen Speicherkapazität denn auch um fast 55 Prozent zurück – deutlich mehr klimafreundlicher Strom hätte also produziert und genutzt werden können.