
Zwei Windräder tragen seit Kurzem zur Versorgung des Kaliwerks Werra im hessisch-thüringischen Grenzgebiet bei – und das ohne Umweg über das öffentliche Stromnetz. Das Projekt ist eines der ersten in Deutschland, bei dem ein Windpark per Direktleitung an einen Industriestandort angeschlossen ist. Energiekontor hat die Direktbelieferung vermittelt und begleitet. Außerdem hat das Unternehmen Genehmigungen für vier weitere Windparkprojekte in Deutschland erhalten.
Das war Pionierarbeit: Seit August beliefert der Windpark Heringen-Philippsthal das Verbundwerk Werra von K+S mit Ökostrom. Er befindet sich im hessischen Landkreis Hersfeld-Rotenburg und ist über eine eigene Stromleitung direkt an das Netz des Kaliwerks angeschlossen. Energiekontor hatte das 11,4 Megawatt starke Projekt entwickelt, an den Investment- und Asset-Manager MPC Oceanic Group veräußert und Ende 2023 die Betriebsführung des Parks übernommen. Mit der Direktbelieferung beschreiten die drei Unternehmen nun neue Wege: »Die erfolgreiche Umsetzung dieser Direktlieferung zeigt, welches Potenzial in der Verbindung von erneuerbarer Stromerzeugung und industriellem Strombedarf steckt«, meint Peter Szabo, Vorstandsvorsitzender der Energiekontor AG. »Sie ist das Ergebnis der engen und konstruktiven Zusammenarbeit von K+S, MPC und Energiekontor.«
Durch die direkte Anbindung des Windparks an das Werksnetz lässt sich der Windstrom bedarfsgerecht am Industriestandort nutzen, unter anderem für die Produktion von Kalium- und Magnesiumdüngemitteln. Zugleich trägt das Projekt zur Entlastung des öffentlichen Stromnetzes in der Region bei. »Unser Betriebsführungsteam prüft kontinuierlich Optimierungs- und Vermarktungsmöglichkeiten sowohl für unsere eigenen als auch für die von uns betreuten Wind- und Solarparks Dritter«, erklärt Peter Szabo. »In diesem Fall haben wir die Direktlieferung vermittelt, technisch wie auch kommerziell begleitet und gemeinsam mit unseren Partnern eine innovative Lösung umgesetzt.«
Da es bislang kaum Vertragsmodelle für die direkte Strombelieferung über eine eigene Leitung gibt, trieb MPC die Strukturierung eines sogenannten Direct-Wire-PPAs voran. Durch dessen Abschluss profitieren Erzeuger und Abnehmer des Stroms gleichermaßen: MPC sichert sich mit dem Liefervertrag langfristige und stabile Erlöse für den Windstrom, die unabhängig vom schwankenden Börsenstrompreis sind. Für K+S als direkten Abnehmer sind die Energiekosten gleichermaßen planbar, und da der Strom nicht über das öffentliche Netz fließt, fallen außerdem keine Netzentgelte an. Zudem kann das Unternehmen die Dekarbonisierung seiner Produktion voranbringen, ohne selbst in Erneuerbare-Energie-Anlagen zu investieren. »Das Projekt belegt, dass Direktliefermodelle für Stromerzeuger wie Abnehmer langfristig attraktive Lösungen bieten können«, so Peter Szabo.
Viermal grünes Licht gab es im September und Oktober übrigens auch für die Projektpipeline von Energiekontor: Für vier Windparks hat das Unternehmen in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen Baugenehmigungen erhalten. Damit steigt die Anzahl der 2026 genehmigten Projekte in Deutschland auf bisher neun mit einer Gesamtleistung von rund 250 Megawatt; auf die vier Neuzugänge entfallen davon 142 Megawatt. Anleger:innen dürfen sich außerdem auf eine neue Anleihe freuen, die das Vertriebsteam derzeit vorbereitet. Mehr dazu in Kürze in diesem Newsletter. Darüber hinaus können Sie Energiekontor bei den 34. Windenergietagen in Linstow auch persönlich treffen: Die etablierte Fachveranstaltung mit Vorträgen und Diskussionsrunden rund um die Energiewende lädt vom 10. bis 12. November zum Austausch ein. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!